Handwärmer im Waldkindergarten

Was spricht gegen (persönliche) Handwärmer?

– Handwärmer verhindern Bewegung – Kinder bleiben eher still, oft sogar sitzend und kühlen dadurch paradoxer Weise noch mehr aus.
– Handwärmer verhindern Handschuhe – viele Kinder ziehen sie aus, um das Kissen direkt zu spüren.
– Weiterer paradoxer medizinischer Effekt: Wärme weitet Blutgefäße → der Körper kühlt schneller aus.
Kinder sollten als Teil ihrer wichtigen Elementarerfahrungen Kälte selbst wahrnehmen und (unterstützt durch uns) lernen, sich durch Bewegung und angemessene Kleidung bzw. Kleiderwechsel gut zu regulieren. Dabei geht es nicht um ein Bootcamp sondern um den sinnvollen Umgang mit Kälte.

Sicherheitsrisiken von Handwärmern

– Gelkissen können aufgebissen oder verschluckt werden.
– Elektrische Modelle bergen Kurzschluss- oder Explosionsgefahr, während manche Modelle nicht mal eine CE-Kennzeichnung haben (Risiko nimmt zu nach Stößen oder Kontakt mit Pfützenwasser oder Feuchtigkeit).
– Temperaturen bis zu 60 °C sind für Kinderhände zu heiß.
– Pädagogisch unpassend: Handwärmer schaffen oft Ungleichheit, lenken vom Spiel und der eigenen Bewegung ab und widersprechen zudem dem Nachhaltigkeitsgedanken des Waldkindergartens.

Eine Ausnahme
Handwärmer können situativ, punktuell und ausnahmsweise von Pädagog:innen bewusst eingesetzt werden – als kurzer Wärmeimpuls und Motivationsschub, wenn ein Kind sehr jung, erschöpft oder schwer in Bewegung zu bringen ist.
Das ist dann eine bewusste Entscheidung des pädagogischen Teams. Euer Kind braucht keinen Handwärmer dabeihaben, denn was man dabei hat, möchte man auch benutzen.

Bessere Alternativen gegen kalte Hände
– Bewegung: rennen, klettern, spielen, Ausflüge, um in Bewegung zu kommen
– Kleidung im Zwiebelprinzip
– wasserfeste Ersatzhandschuhe zum Wechseln mit langem weitem Schaft, um Kältebrücken zu vermeiden
– Wollstulpen zu den Brotzeiten, wenn die Handschuhe erfahrungsgemäß ausgezogen werden
– Im Winterhalbjahr zügiges Brotzeiten und dann bald wieder in Aktion kommen
– Warme Getränke und Snacks aus der Thermoskanne und der isolierten Lunchbox
– Kurze Aufwärmphasen, z.B. am Feuer, in der Straßenbahn, in der Hütte…
– Wenn es mal länger unangenehm ist auch Indoor-Ausflüge, z.B. zum Einkaufen, in die Bücherei, in Museen etc.

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